Der erste Schritt zu einem biodiversen Metalli-Areal

Das Metalli-Areal in der Zuger Innenstadt besteht aus Flächen für Detailhandel, Dienstleistungen, Büroräume und Wohnraum. Mit dem Projekt «Lebensraum Metalli» soll das Areal mit mehr Plätzen für die Öffentlichkeit, Treffpunkten sowie neuen Räumlichkeiten zugänglicher und mit neuen Grünräumen biodiverser werden. Wir finden solche Entwicklungen sehr wichtig, denn naturnahe Grünflächen mit Strukturelementen in Siedlungen haben das Potential eine hohe Artenvielfalt aufzuweisen. In Siedlungen können Lebensräume geschaffen werden, die im Umland durch die Zersiedlung und intensive Nutzungen zerstört werden und auch in der Siedlung durch die Verdichtung unter Druck geraten.

Zudem müssen wir in urbanen Gebieten mit immer stärkeren Hitzeinseleffekten rechnen. Diesen Sommer bekamen wir besonders zu spüren, wie heiss es werden kann. Werden mehr Flächen am Boden, an Fassaden und auf Dächern begrünt, kann der Hitzeinseleffekt teilweise eingedämmt werden.

Das Ziel dieses Projekts war es, der Zug Estates AG Massnahmen aufzuzeigen, wie sie das Metalli-Areal biodiverser und lebenswerter gestalten können. Als erstes untersuchten wir die Grünräume und deren vorkommenden Arten im Metalli-Areal und in der näheren Umgebung. Leider stellte sich heraus, dass sich mehrheitlich Gehölzrabatten und Formhecken aus Neophyten und Ziergehölzen sowie wenige Rasenflächen auf dem Areal befinden. Das zeigt, dass es höchste Zeit für eine Umgestaltung der Grünräume ist.  

Bild Metalli

Bild 1: Ausschnitt Metalli-Areal

So könnte das Metalli-Areal in Zukunft aussehen

Für die Neugestaltung liegen Architekturpläne vor, in welchen bereits mehr Raum für naturnahe Lebensräume vorgesehen ist. Damit ein biodiverses Metalli entstehen kann, müssen alle Grünräume umgestaltetet werden und zusätzliche Grünfläche angelegt werden.  

Interessant war, dass wir Massnahmen auf so unterschiedlichen Ebenen erarbeiten konnten. Diese reichten von der konkreten Wahl einheimischer Strauch-Arten bis hin zur Grünraumplanung ganzer Dachflächen mit möglichst verschiedenen Lebensräumen. Werden die Massnahmen umgesetzt, wird das Metalli-Areal Lebensräume für die Fauna aufweisen, so z. B Blumenwiesen mit Nistplätzen für Wildbienen sowie Hecken und Bäume mit Futterquellen und Lebensraumstrukturen für diverse Vogelarten. Des Weiteren werden die Bodeneigenschaften vielerorts so angepasst, dass eine hohe Diversität an Pflanzengesellschaften entstehen kann. Es werden sich aber nicht nur mehr Pflanzenarten und Insekten niederlassen. Auch die Menschen werden mehr Plätze finden, wo sie sich gerne aufhalten werden.

Wir sind gespannt, wie sich das Projekt weiterentwickelt, und hoffen, dass die Entwicklung hin zu einem Arten- und Strukturreichen Metalli-Areal gelingt.

Aufgewertete Flaeche Beispiel Metalli 221017

Bild 2: Beispiel einer aufgewerteten Fläche