Wer über Ostern durch das Baselbiet fährt, sieht sie sofort: blühende Kiesflächen entlang von Kantons- und Quartierstrassen. Der Kanton Baselland schafft gezielt Ruderalflächen mit magerem Boden. Ein Lebensraum, der in der Schweiz immer seltener wird.
Warum Ruderalflächen kostbar sind
Ruderalflächen entstehen auf Brachland, Schotter und an Wegrändern. Früher galten solche Flächen oft als «ungepflegt». Sie wurden verbaut oder in Rasen umgewandelt. Sie sind jedoch wertvoll. Viele spezialisierte Pflanzen sind auf nährstoffarme und kiesigen Böden angewiesen. Diese Pflanzen bieten Nahrung und Nistplätze für Insekten und Vögel und sie verbinden verschiedene Ökosysteme.
Richtlinien fördern Artenvielfalt
Dieses Konzept entspricht dem, was nateco in den Gestaltungsrichtlinien Strassengrün für den Kanton Baselland dokumentiert hat. Auch dort ist das Ziel: Strassenräume werden zu ökologischer Infrastruktur. Die Richtlinien zeigen, wie Gemeinden und Kantone drei konkrete Ziele umsetzen:
- Ökologische Vernetzung: Strassenräume verbinden Lebensräume. Ein strukturierter Strassenrand mit Kleinbäumen, Sträuchern und Blühflächen schafft einen Ausbreitungskorridor für Tiere und Pflanzen.
- Schwammstadt für Klimaresilienz: Naturnahe Begrünung speichert Wasser im Boden, verringert Oberflächentemperaturen und kann Regenwasser fassen.
- Biodiversität: Wo andernorts Rasen und Ziergehölz die Regel sind, entstehen Lebensräume für Arten, die aus unserer Landschaft verschwinden.
Von der Richtlinie in die Praxis
Was andere Gemeinden nutzen können
Gemeinden können von diesen Erfahrungen profitieren. Damit Strassenräume entstehen, die mehr sind als Verkehrsträger: ökologische Vernetzungsachsen.