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Strassenraum als blühender Lebensraum

Gestaltungsrichtlinien schaffen artenreiche Ruderalflächen an Kantonsstrassen und in Gemeinden
8. April 2026 durch
Strassenraum als blühender Lebensraum
nateco AG, Michael Löw-Le Bihan

Wer über Ostern durch das Baselbiet fährt, sieht sie sofort: blühende Kiesflächen entlang von Kantons- und Quartierstrassen. Der Kanton Baselland schafft gezielt Ruderalflächen mit magerem Boden. Ein Lebensraum, der in der Schweiz immer seltener wird.

Warum Ruderalflächen kostbar sind

Ruderalflächen entstehen auf Brachland, Schotter und an Wegrändern. Früher galten solche Flächen oft als «ungepflegt». Sie wurden verbaut oder in Rasen umgewandelt. Sie sind jedoch wertvoll. Viele spezialisierte Pflanzen sind auf nährstoffarme und kiesigen Böden angewiesen. Diese Pflanzen bieten Nahrung und Nistplätze für Insekten und Vögel und sie verbinden verschiedene Ökosysteme.

Richtlinien fördern Artenvielfalt

Dieses Konzept entspricht dem, was nateco in den Gestaltungsrichtlinien Strassengrün für den Kanton Baselland dokumentiert hat. Auch dort ist das Ziel: Strassenräume werden zu ökologischer Infrastruktur. Die Richtlinien zeigen, wie Gemeinden und Kantone drei konkrete Ziele umsetzen:

  • Ökologische Vernetzung: Strassenräume verbinden Lebensräume. Ein strukturierter Strassenrand mit Kleinbäumen, Sträuchern und Blühflächen schafft einen Ausbreitungskorridor für Tiere und Pflanzen.
  • Schwammstadt für Klimaresilienz: Naturnahe Begrünung speichert Wasser im Boden, verringert Oberflächentemperaturen und kann Regenwasser fassen.
  • Biodiversität: Wo andernorts Rasen und Ziergehölz die Regel sind, entstehen Lebensräume für Arten, die aus unserer Landschaft verschwinden.


Von der Richtlinie in die Praxis

Die Gestaltungsrichtlinien wurden für den Kanton Baselland entwickeln. Sie lassen sich ebenso für Gemeinden anwenden. Auf wenig befahrenen Quartierstrassen besteht für Gemeinden sogar mehr Gestaltungsspielraum als auf verkehrsreichen Kantonsstrassen. Solche Massnahmen erfordern vor allem einen Perspektivwechsel: vom «Strassenraum als Verkehrsfläche» zum «Strassenraum als Lebensraum».

Was andere Gemeinden nutzen können

Für den Kanton und Gemeinden ist es möglich, Strassenräume zu beleben, ohne technische Standards zu vernachlässigen. Die Gestaltungsrichtlinien bieten ein erprobtes Gerüst mit konkreten Vorgaben für Pflanzenmaterial, Substrate und Strukturelemente.

Gemeinden können von diesen Erfahrungen profitieren. Damit Strassenräume entstehen, die mehr sind als Verkehrsträger: ökologische Vernetzungsachsen.


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