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Welche Bäume muss die Gemeinde in einem trockenen Sommer bewässern?

4. September 2026 durch
Welche Bäume muss die Gemeinde in einem trockenen Sommer bewässern?
nateco AG, Nathalie Baumann

Brauner Rasen, Jungbäume mit welken Blättern. In trockenen Sommern stellt sich in vielen Schweizer Gemeinden dieselbe Frage: Wo bewässern wir, und wo lassen wir der Natur ihren Lauf? Nicht alles lässt sich retten. Das muss es auch nicht, denn manches Grün kommt ganz von allein zurück. Bei den Bäumen kommt es darauf an, die empfindlichsten zu kennen und gezielt zu bewässern.


Fakten für Eilige

  • Braune Rasen- und Wiesenflächen sind meist kein Problem. Gräser gehen in Sommerruhe und treiben nach dem ersten ergiebigen Regen wieder aus. 
  • Am stärksten gefährdet sind Jungbäume der letzten drei bis fünf Jahre und Bäume an versiegelten Strassenstandorten mit engem Wurzelraum.
  • Bäume richtig bewässern heisst: selten wässern, aber durchdringend. Bei Jungbäumen auf offenem Boden 75 bis 300 Liter pro Gabe.
  • Der Bewässerungssack gehört abgesetzt an einen Pfahl, nicht direkt an den Stamm.
  • In Trockenperioden gilt: Rasen nicht mähen, Baumscheiben aber von Gras freihalten.
  • Braunes Buchenlaub heisst nicht, dass die Pflanze tot ist. Der Kratztest an der Rinde zeigt, ob der Trieb lebt.


Foto von Rasen in einem Park, spontan angewachsen nachdem er im Hitzesommer 2026 komplett Braun war

Rasenfläche in Basel nach dem Hitzesommer 2026. Nach ersten Niederschlägen wächst der Rasen innert wenigen Tagen im oberen Teil spontan wieder.


Was bei Trockenheit wirklich gefährdet ist und was von allein wieder nachwächst

Trockenheit trifft nicht alle Grünflächen gleich. Rasen übersteht auch längere Trockenperioden fast immer ohne Zutun. Gefährdet sind Jungbäume der letzten drei bis fünf Jahre und Bäume mit engem Wurzelraum (an versiegelten Strassenstandorten oder nahe an Gebäuden).

Rasen sieht schlimmer aus, als es ihm geht

Eine braune Rasenfläche ist selten eine tote Rasenfläche. Die Gräser gehen in Sommerruhe, aber die Wurzeln sind noch da und nach dem ersten ergiebigen Regen treiben sie oft wieder aus. Wer hier bewässert, vergeudet Wasser und Personal für eine Fläche, die auch ohne gut zurechtkommt.


Jungbäume erreichen das Wasser in der Tiefe noch nicht

Empfindlich sind junge Bäume. Bei ihnen reicht es oft nicht, einmal pro Woche zu giessen. In den ersten drei bis zehn Jahren nach der Pflanzung liegen die Wurzeln noch im oberen Bodenbereich. Trocknet dieser aus, reichen die Wurzeln noch nicht an die tieferen Schichten, in denen noch Wasser verfügbar ist. Deshalb stehen junge Bäume beim Giessen in der Prioritätenliste zuoberst.

Ältere Bäume in offenen Böden überstehen Trockenperioden dank ihren tiefen Wurzeln weitaus besser. Eine pauschale Regel gibt es hier trotzdem nicht. Ob ein alter Baum Wasser braucht, hängt von der Art ab und davon, wie vital er ist. Das zu beurteilen setzt Erfahrung voraus. Wer unsicher ist, wässert besser regelmässig und ausgiebig, als gar nicht. 

An versiegelten Standorten trifft es auch alte Bäume

Anders sieht es an Standorten mit engem Wurzelraum aus, beispielsweise an Strassen oder nahe an Gebäuden. Dort kommt weniger Regen in den Boden, und der Wurzelraum ist zu klein, um Wasser zu speichern. Auch etablierte Bäume geraten schnell unter Stress. Das heikle daran: Oft zeigt sich erst Jahre später, dass der Baum geschwächt ist. Plötzlich wird, scheinbar ohne Ursache, die Krone licht oder Schädlinge befallen den Baum. Ein Baum, der im Trockensommer noch grün aussieht, kann also trotzdem Schaden genommen haben.


Was hat Priorität, wenn Wasser und Personal knapp sind?

In einem trockenen Sommer braucht der Werkhof eine Prioritätenliste. An erster Stelle stehen Jungbäume und Neupflanzungen der letzten drei bis zehn Jahre, zuletzt der Rasen, der in der Regel gar nicht gewässert werden muss. Wer schon im Frühling festhält, welche Grünflächen am meisten Wasser brauchen, muss ab Juni nicht unter Druck entscheiden.

Zwei Fragen bestimmen, was zuerst kommt: Wie viel kostet der Verlust, und was nützt das Wasser? Bei einem Jungbaum sind die Antworten eindeutig. Er nimmt schnell Schaden und er reagiert auf jede Wassergabe. Bei einer Rasenfläche ist es umgekehrt. Sie treibt auch nach einer langen Trockenperiode wieder aus.

Bewässerungs-Reihenfolge bei knappen Ressourcen

  1. Jungbäume und Neupflanzungen der letzten zehn Jahre. Höchster Verlustwert. Ob der Baum überlebt, kann von der Bewässerung abhängen.
  2. Wertvolle Solitärbäume mit sichtbarem Trockenstress. Zu erkennen an schlaffen, hängenden Blättern, die sich auch morgens in der Kühle nicht erholen, und je nach Art an eingerollten oder zusammengefalteten Blättern.
  3. Junge Hecken und Strauchpflanzungen.
  4. Etablierte Bestände über zehn Jahre. Nur bei akuten Symptomen. 
  5. Rasen. Muss nicht gewässert werden.


Ausserhalb dieser Reihenfolge stehen Wechselflor und Pflanzgefässe. Beide brauchen regelmässig Wasser, unabhängig davon, wie knapp es ist. Das kleine Erdvolumen in einem Gefäss trocknet durch Sonne und Wind sehr schnell aus, und Regen erreicht das Substrat oft gar nicht, weil das Blattwerk den Topf abschirmt. Wechselflor wurzelt flach und blüht durchgehend. Ohne gleichmässige Feuchtigkeit fallen die Knospen ab.

Was ein Ersatzbaum kostet

Ein Baumersatz ist aufwändig. Den alten Baum fällen, das Material entsorgen, eine neue Baumgrube ausheben, einen Jungbaum setzen und ihn während der ersten Jahre pflegen. Zusammen sind das grob 5000 bis 15'000 Franken. An engen Standorten mit Leitungen im Boden auch mehr. Am teuersten ist nicht der Baum, sondern die Grube, in die er kommt.


Was Sie bei Trockenheit besser unterlassen

In einer Trockenperiode schaden zwei Arbeiten auf Grünflächen mehr, als sie nützen: düngen und mähen. Beide lassen sich ohne Nachteil auf später verschieben und Bäume sollte man sowieso nicht düngen.

  • Warum nicht düngen: Dünger erhöht die Salzkonzentration im trockenen Boden und erzwingt einen durstigen Neuaustrieb, den die geschwächte Pflanze nicht versorgen kann.
  • Warum nicht mähen: Je länger das Gras ist, desto mehr Schatten wirft es auf den Boden, der dann weniger schnell austrocknet. Erlaubt ist Einkürzen auf 20 Zentimeter. Baumscheiben sind die Ausnahme, diese immer von Gras freihalten.


Was Sie stattdessen tun

Halten Sie die Baumscheibe frei. Gräser und Stauden direkt am Stamm konkurrieren stark um Wasser, gerade bei Jungbäumen. Eine offene, bei Bedarf gemulchte Baumscheibe nützt dem Baum deutlich mehr als eine grüne Fläche bis an den Stamm.

Halten Sie zusätzliche Nährstoffe fern. Nährstoffreiche Unterpflanzung und Hundeurin belasten den Wurzelbereich und fördern die Konkurrenzvegetation statt den Baum.


Wie oft und mit wie viel Wasser sollten Sie Bäume bewässern?

Giessen Sie selten, dafür durchdringend. Wie oft es nötig ist, hängt vom Standort ab. Bei Jungbäumen auf offenem Boden sind 75 bis 300 Liter pro Gabe ein Richtwert.

Wie viel Wasser ein Baum verbraucht

Ein mittelgrosser Baum verdunstet an einem warmen Sommertag 20 bis 100 Liter Wasser, ein junger deutlich weniger, ein grosser alter Laubbaum ein Mehrfaches davon. Bei diesen Mengen bringt es wenig, täglich nur ein bisschen zu giessen. Das Wasser dringt dann nur in die obersten Zentimeter des Bodens ein und ist nach einem Hitzetag weg. Der Baum zieht sein Wasser aus dem durchwurzelten Boden darunter.

Lieber selten und durchdringend giessen

Bei jungen Bäumen auf offenem Boden gelten 75 bis 300 Liter pro Wassergabe als Richtwert, ab etwa dem zehnten Tag ohne nennenswerten Niederschlag. So dringt das Wasser tief genug ein und bleibt dem Baum länger verfügbar. Dieser Wert gilt für Bäume bis 25 Zentimeter Stammumfang.

An versiegelten Strassenstandorten mit engem Wurzelraum ist das gespeicherte Wasser schneller aufgebraucht, hier kann es zu wenig sein, einmal pro Woche zu giessen. Der verlässlichste Massstab ist deshalb nicht der Kalender, sondern die Bodenfeuchte.

Bewässerungssäcke und Tropfsysteme helfen, den Boden feucht zu halten, denn sie geben das Wasser so langsam ab, dass es einsickert. Eine Schicht Mulch sorgt dafür, dass es nicht gleich wieder verdunstet.

Wohin der Bewässerungssack gehört

Hängen Sie den Bewässerungssack nicht direkt an den Stamm, sondern etwas abgesetzt an einen Pfahl. So verteilt sich das Wasser breiter um den Stamm herum, und die Wurzeln wachsen in die Breite statt nur in die Tiefe. Ein Baum mit breitem Wurzelwerk steht am Ende fester und übersteht auch Trockenheit besser. Ausserdem bleibt der Stamm trocken, was vor Stammfäulnis schützt.

Wie viel Wasser ein Standort wirklich braucht, lässt sich bisher nur schätzen. Wir bereiten deshalb einen Versuch mit Bodenfeuchte-Sensoren vor, die genau das messen sollen. Im Boden sind sie noch nicht, und es braucht Erfahrung, bis sich daraus eine verlässliche Steuerung ableiten lässt.

Junger Parkbaum mit Wassersäcken zur Bewässerung im Hochsommer.


Ist die braune Buchenhecke tot?

Braunes Laub an der Buchenhecke heisst nicht, dass sie tot ist. Buchen werfen bei Trockenstress Blätter ab, damit sie über das Laub nicht zu viel Wasser verlieren. Ob ein Trieb noch lebt, lässt sich ganz einfach überprüfen.

Zwei Prüfungen, die Sie selbst machen können

Erste Prüfung: Ritzen Sie die Rinde eines Triebs leicht an. Zeigt sich darunter grünes Gewebe, lebt der Trieb. Ist es braun und trocken, ist er abgestorben. Prüfen Sie mehrere Stellen. An einer Hecke sind selten alle Pflanzen gleich betroffen.

Abgestorbener Trieb mit trocken-braunem Gewebe / vitaler Trieb mit feuchtem und grünlichem Gewebe


Die zweite Prüfung sind die Knospen fürs Folgejahr. Sind sie prall und biegsam, treibt der Trieb im Frühling aus. Spröde Knospen tun das nicht mehr.

Warten Sie den Mai ab

Der tatsächliche Schaden zeigt sich erst beim Austrieb im Mai. Bis dahin hilft es, zu wässern und zu mulchen. Schneiden und düngen sollten Sie dagegen nicht. An einer grossen Hecke lässt sich ohnehin oft nicht auf den ersten Blick sagen, wie viel noch lebt, und genau deshalb lohnt es sich abzuwarten. Wer schon im Herbst eine braune Hecke rodet, entfernt oft Pflanzen, die im Frühling wieder gekommen wären.

Wenn im Folgejahr Lücken in der Hecke bleiben

Bei einer Hecke aus einer einzigen Pflanzenart ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass alle Pflanzen gleichzeitig Schaden nehmen, weil sie alle gleich empfindlich auf Trockenheit reagieren. Eine Mischpflanzung aus mehreren trockenheitstoleranten Arten verteilt dieses Risiko. Sie blüht und fruchtet gestaffelt und bietet dadurch mehr Lebensraum für Vögel, Wildbienen und andere Insekten.

Sie müssen dafür die bestehende Hecke nicht gleich ersetzen. Ergänzen Sie Lücken gezielt mit solchen Arten. Welche Arten passen, entscheidet der Standort: wie viel Sonne die Hecke bekommt, wie viel Platz die Wurzeln haben und welcher Bodentyp vorliegt.

Sechs Hecken-Arten, die sich im Siedlungsraum bewähren

  • Kornelkirsche (Cornus mas), frosthart, hitzeverträglich, sehr trockenheitsverträglich, blüht früh und ist ein wertvolles Bienengehölz.
  • Eingriffliger Weissdorn (Crataegus monogyna), anspruchslos und tiefwurzelnd, für trockene bis frische Standorte, hoher Wert für Vögel und Insekten.
  • Gewöhnlicher Liguster (Ligustrum vulgare), kalkliebend und sehr trockenheitsresistent, klassischer Bestandteil einheimischer Hecken.
  • Wolliger Schneeball (Viburnum lantana), wärmeliebend, gedeiht auf trockenen, kalkhaltigen Böden, gute Bienenweide.
  • Feldahorn (Acer campestre), einheimisch, sehr trockenheitstolerant, verträgt Rückschnitt gut und eignet sich auch für geschnittene Hecken.
  • Schlehe (Prunus spinosa), ausgesprochen trockenheitstolerant, bildet dichte, dornige Hecken mit hohem Wert für Vogelwelt und Insekten. Eignet sich für den Siedlungsrand.


Die Mischhecke hat den Hitzesommer 2026 in Basel gut überstanden. Im Vordergrund ist der Rasen stellenweise nach ersten Niederschlägen wieder gewachsen.

Wie Gemeinden für den nächsten trockenen Sommer vorausplanen

Trockene Sommer werden nach den Schweizer Klimaszenarien CH2025 häufiger und intensiver. Solange die Entscheidungen erst im Juli fallen, unter Zeitdruck und mit knappem Personal, verliert eine Gemeinde alte Bäume und zahlt für Ersatzpflanzungen.

Vorbeugend nützt die Arbeit am Standort am meisten. Versiegelte Flächen und wenig Wurzelraum beeinflussen den Trockenstress eines Baumes stärker als der Klimawandel. Dies bestätigt eine Modellstudie der TU München
für fünf Standorte
. Entsiegelte Baumscheiben und grosszügige Baumgruben sind deshalb oft wirksamer, als später ausgiebig zu bewässern.

Als grobe Orientierung nennt die Stadt Bern für einen gesunden Strassenbaum eine Zielgrösse von rund 36 Kubikmetern durchwurzelbarem Wurzelraum und 24 Quadratmetern offener Baumscheibe.

Wo der Strassenraum zu eng ist, um die Baumscheibe zu vergrössern, lässt sich der Wurzelraum unterirdisch unter Trottoir oder Veloweg erweitern, mit einem tragfähigen, überbaubaren Substrat. Wo möglich, verbindet man die Wurzelräume mehrerer Bäume. Aus Einzelbäumen werden so Baumgruppen, deren Wurzeln in Kontakt stehen. Das erhöht ihre Lebenserwartung.


Vier Ansätze, die aus dem Reaktionsmodus herausführen
  1. Eine Übersicht über den eigenen Bestand. Welche Bäume und Grünflächen hat die Gemeinde, und welche davon sind trockenheitsgefährdet?
  2. Ein Bewässerungskonzept, das vor der Saison steht. Es legt fest, wer wann was giesst, statt das im Juli unter Druck zu entscheiden. Bodenfeuchte-Sensoren, die per App melden, wenn gegossen werden muss, könnten den Werkhof künftig entlasten. Wir testen derzeit solche Systeme.
  3. Eine Artenwahl, die Trockenheitsresistenz und ökologischen Wert verbindet. Wie sich Ökologie und Nutzung verbinden lässt, zeigt unser Beitrag über den Strassenraum als blühenden Lebensraum.
  4. Massnahmen, die Regenwasser im Siedlungsraum halten, statt es abzuleiten. Die Schweiz bleibt mengenmässig ein Wasserschloss, aber die Sommer werden trockener und die Grundwasserneubildung geht in der warmen Jahreszeit zurück. Bauen gemäss dem Schwammstadt-Prinzip fördert das Grundwasser, das den Bäumen zur Verfügung steht.


Baumscheiben mit sickerfähigem Belag als Einfassung und Entwässerung der Verkehrswege zu den Bäumen hin
Diese Baumscheiben bei einem Neubau in Basel sind mit sickerfähigem Belag eingefasst und erhalten zudem Wasser von den angrenzenden versiegelten Verkehrswegen.

Häufige Fragen

Wie lange muss ein Jungbaum bewässert werden?

In den ersten drei bis zehn Jahre nach der Pflanzung. Danach reichen die Wurzeln in tiefere Bodenschichten, und der Baum kommt ohne zusätzliches Wasser aus, solange keine ausgeprägte Trockenperiode herrscht.

Wann kann eine braune Hecke ersetzt werden?

Frühestens nach dem Austrieb im Mai. Vorher lässt sich nicht beurteilen, welche Pflanzen noch leben. Ein Teil treibt erfahrungsgemäss wieder aus.

Woran erkenne ich Trockenstress, bevor ein Baum Blätter abwirft?

An schlaffen, hängenden Blättern, die sich auch morgens in der Kühle nicht erholen. Je nach Art rollen sich die Blätter ein oder falten sich zusammen. Auffällig kleine Blätter und eine frühe Verfärbung sind ebenfalls Warnzeichen.

Lohnen sich Bewässerungssäcke auch bei älteren Bäumen?

Ja, und besonders dann, wenn nicht häufig gewässert werden kann. Der Sack gibt das Wasser langsam ab. Dadurch versickert mehr Wasser im Wurzelraum, statt oberflächlich abzulaufen.

Foto einer entsiegelten Fläche die mit magerem Kiesboden gefüllt und bepflanzt wurde

Beispiel einer entsiegelten Fläche auf dem Dreispitz-Areal in Basel.
Projekt: META Landschaftarchitektur, Basel


Fazit

In einem trockenen Sommer muss eine Gemeinde nicht alle Pflanzen retten. Brauner Rasen kommt von allein zurück. Jungbäume und Bäume an versiegelten Strassenstandorten brauchen hingegen Wasser. Nicht jeden Tag, dafür viel auf einmal. Wer die Prioritäten im Frühling festlegt, kann verhindern, dass Bäume absterben und ersetzt werden müssen.

Voraussetzung dafür ist, dass eine Gemeinde weiss, welche Bäume sie hat, wo sie stehen und in welchem Zustand sie sind. Genau das leistet ein Baumkataster. Aus einer solchen Erfassung lassen sich Pflege, Bewässerung und Ersatzpflanzungen planen, statt jeden Sommer neu zu entscheiden.

Wie ein Baumkataster entsteht und was er für eine Gemeinde leistet, steht auf unserer Angebotsseite, zusammen mit dem Formular für eine erste Einschätzung. → Baumkataster für Gemeinden


Nathalie Baumann

Nathalie Baumann ist Siedlungsökologin MSc und Senior Projektleiterin bei nateco. Sie arbeitet an Biodiversität, Grünraumentwicklung und Klimaanpassung im Siedlungsraum, von der Grünfläche am Boden bis zur Begrünung von Gebäuden. Daneben forscht und unterrichtet sie an der ZHAW am Institut für Umwelt und Natürliche Ressourcen in der Forschungsgruppe Grünraumentwicklung.


Quellen

Rosenberger, L., Leandro, J., Wood, R., Rötzer, T., Helmreich, B. (2024): Influence of age, soil volume, and climate change on water availability at urban tree sites. Sustainable Cities and Society 113. doi.org/10.1016/j.scs.2024.105680

FLL, Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau (2015): Empfehlungen für Baumpflanzungen, Teil 1: Planung, Pflanzarbeiten, Pflege.

MeteoSchweiz und ETH Zürich (2025): Schweizer Klimaszenarien CH2025, herausgegeben vom National Centre for Climate Services NCCS. nccs.admin.ch

Stadt Bern (2026): Arbeitshilfe Wurzelraum für Strassenbäume, Version 1.4 vom 18. Februar 2026.